Arbeiten in den Ferien - Pflichtpraktikum

Arbeiten in den Ferien - Pflichtpraktikum

Praktische Tipps fürs Praktikum

Worauf beim Praktikum geachtet werden sollte

Arbeiten in den Ferien - Praktische Tipps für Praktikum

Junge Leute, die ein Pflichtpraktikum machen, müssen viel beachten! Allerdings gibt es für Praktika in Firmen selten klare Regeln. Immer wieder kommt es vor, dass Jugendliche unter dem Titel „Praktikum“ voll arbeiten müssen, dann aber bestenfalls ein Taschengeld dafür bekommen.

Achtung: Ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Schulausbildung oder eines Studiums ist in der Regel ein Arbeitsverhältnis. Dazu müssen die Merkmale eines Arbeitsverhältnisses (wie Eingliederung in den Arbeitsprozess, Weisungsgebundenheit, persönliche Arbeitspflicht) überwiegend erfüllt sein. Bei einem Arbeitsverhältnis hast du mehr Rechte, z.B. auf Entgelt oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Tipps

Hier die wichtigsten Tipps, damit das Praktikum kein Flop wird:

Vor dem Praktikum

  • Genaue Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, Arbeitszeit und Entlohnung vereinbaren und in einem Arbeitsvertrag schriftlich festhalten.
  • Kosten für Verpflegung und Quartier in einem Arbeitsvertrag schriftlich festhalten.
  • Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit vereinbaren und die freien Tage am Besten im Vorhinein festlegen. Achtung: Überstunden für Jugendliche unter 18 Jahren sind nicht erlaubt!
  • Wenn kein Arbeitsverhältnis vorliegt, bedeutet das: keine Bezahlung nach dem Kollektivvertrag, sondern (wenn vereinbart) ein „Taschengeld“, keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, kein Anspruch auf Sonderzahlungen oder Urlaubsanspruch.

Während des Praktikums

  • Genaue Aufzeichnungen über deine Tätigkeiten und die tatsächliche Arbeitszeit führen. Wenn es zu Unstimmigkeiten mit dem Chef kommt, kannst du so deinen Standpunkt beweisen.
  • Unrichtige Arbeitszeitaufzeichnungen nicht unterschreiben!
  • Wichtig: Dein Chef muss dich vor Antritt des  Pflichtpraktikums mit Bezahlung bei der Gebietskrankenkasse anmelden und dir eine Kopie der Anmeldung geben. Bei einem Praktikum ohne Bezahlung bleibt der Unfallversicherungsschutz über die Schüler- bzw. Studentenunfallversicherung aufrecht, ebenso eine bestehende Mitversicherung bei den Eltern.

Nach dem Praktikum

  • Keine – meist klein gedruckte – Verzichtserklärung unterschreiben!
  • Wenn dir dein Geld nicht ausbezahlt wurde, musst du deinen Arbeitgeber umgehend und schriftlich zur Nachzahlung auffordern. Vorsicht: Wer zu lange wartet, kann aufgrund von Verfallsbestimmungen Geld verlieren.
  • Wenn Lohnsteuer abgezogen wurde, obwohl keine Lohnsteuerpflicht vorliegt, kannst du diese im Nachhinein vom Finanzamt zurückverlangen. Hast du über das Jahre gerechnet weniger als 12.600 € verdient und wurden dir Sozialversicherungsbeiträge vom Lohn abgezogen, kannst du dir die sogenannte Negativsteuer zurückholen.
  • Wenn es zu Problemen kommt, ist es sinnvoll, umgehend mit dem Betriebsrat, mit der zuständigen Fachgewerkschaft oder mit den AK-Experten Kontakt aufzunehmen.

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