Arbeiten in den Ferien - Ferialjob

Arbeiten in den Ferien - Ferialjob

So wird aus dem Ferialjob kein Flop

Ein kompakter Überblick

Arbeiten in den Ferien - So wird aus dem Ferialjob kein Flop

So ging es zwei Wiener Schülerinnen: Für ihre Ausbildung absolvierten sie ein Praktikum in einem österreichischen Hotel- und Gastronomiebetrieb. Doch schon beim Start hakte es: Das Praktikum begann elf Tage später als vereinbart. Und auch während des Praktikums wurde nicht nach Dienstplan sondern auf Abruf gearbeitet, dann aber oft sehr lange am Stück.

Das Betriebsklima war rau und als dann auch das Geld nicht pünktlich kam, führte das endgültig zum Bruch. Die AK forderte für die beiden Mädchen das fehlende Entgelt zurück. Gut dabei: Beide hatten ihre Arbeitszeiten systematisch aufgezeichnet. Das half bei der Klärung des Konflikts.

Tipp 1: Schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen

Ein Arbeitsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Ferialarbeiter und Arbeitgeber. Er legt die Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, Arbeitszeit sowie die Bezahlung fest. Der Arbeitsvertrag kann zwar schriftlich oder mündlich abgeschlossen werden, die AK empfiehlt jedoch: Sichere dich mit einem Vertrag Schwarz auf Weiß ab!
Jedenfalls muss der Arbeitgeber dir nach Aufnahme der Tätigkeit einen Dienstzettel geben. Darauf ist kurz zusammengefasst, was mündlich vereinbart wurde, z.B. die Arbeitsstunden pro Woche und das Entgelt. Den Dienstzettel solltest du unbedingt aufbewahren!

Tipp 2: Arbeitszeiten und Pausen

Jugendliche unter 18 dürfen höchstens 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Ausnahmen gibt’s insbesondere im Gastgewerbe. Die tägliche Arbeitszeit darf maximal 9 Stunden betragen, die wöchentliche höchstens 45 Stunden. Jugendliche haben Anspruch auf eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde, sofern die Gesamtdauer der täglichen Arbeitszeit mehr als 4,5 Stunden beträgt. Ferialjobber über 18 müssen spätestens nach 6 Stunden eine Pause einlegen.

Tipp 3: Arbeitszeitaufzeichnungen führen

So ist man im Streitfall gewappnet: Regelmäßig Aufzeichnungen über Beginn und Ende der Arbeitszeit sowie die genauen Tätigkeiten führen und aufbewahren. Unrichtige Arbeitszeitaufzeichnungen seitens des Betriebs nicht unterschreiben!
Technikaffine können per Computer oder Smartphone den AK-Arbeitszeitspeicher nutzen.

Tipp 4: Wie viel bekomme ich für meine Arbeit?

Arbeiten für ein Taschengeld – das war einmal! Der Ferienjob muss mindestens nach Kollektivvertrag bezahlt werden. Gibt es für eine Branche keinen, bildet das ortsübliche Entgelt die Grundnorm. 700 bis 1.000 Euro brutto sollte der Ferialjob dir also auf jeden Fall bringen! Wie viel vom Bruttolohn übrig bleibt, nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, lässt sich mit dem Brutto-Netto-Rechner herausfinden.

Tipp 5: Urlaubszuschuss und Weihnachtsgeld

Ob du anteilig Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhältst, hängt vom Kollektivvertrag der jeweiligen Branche ab.

Tipp 6: Urlaubsanspruch und Urlaubsersatzleistung

Selbst wenn du nur für ein paar Wochen arbeitest: Ferialarbeiter haben einen anteiligen Urlaubsanspruch, je nach geleisteter Dienstzeit. Nach einem Monat sind das etwa zwei Tage. Wenn du die bezahlte Freizeit nicht konsumierst, kriegst du am Ende Bares – in Form der Urlaubsersatzleistung. Ausnahme: Das Dienstverhältnis wurde vorzeitig ohne wichtigen Grund durch dich beendet.

Tipp 7: Check deine Lohnabrechnung!

Ein Gehaltszettel ist auch für Ferialjobber Pflicht! Ein Check, ob alles abgerechnet wurde, kann nie schaden. Bei Unklarheiten ist Nachfragen ein Muss. Wenn zustehendes Entgelt nicht ausbezahlt wurde (z.B. Lohn oder Urlaubsersatzleistung), solltest du den Arbeitgeber sofort per Einschreiben zur Nachzahlung auffordern. Achtung: Wer zu lange wartet, kann aufgrund von Verfallsbestimmungen Geld verlieren!

Tipp 8: Korrekt sozialversichert?

Schon bevor du deine Arbeit aufnimmst, muss dich dein Arbeitgeber bei der Gebietskrankenkasse anmelden. Eine Kopie der Anmeldung geht sofort an dich. Das ist wichtig, um bei Arbeitsunfall oder Krankheit abgesichert zu sein. Und, auch wenn junge Leute noch nicht daran denken: Beim Ferialjob werden bereits erste Ansprüche für die Pension erworben! Nach Ende der Beschäftigung gibt es noch eine Abmeldungskopie von der Sozialversicherung.

Tipp 9: Keine Verzichtserklärung unterschreiben!

Achtung vor Kleingedrucktem: Dort sind mitunter Verzichtserklärungen zu finden. Wer voreilig unterschreibt, könnte z.B. um das Geld für geleistete Überstunden umfallen.

Tipp 10: Zuckerl im Nachhinein: Der Lohnsteuerausgleich

Wer über das Jahr gerechnet weniger als 12.000 Euro verdient, ist nicht lohnsteuerpflichtig. Wurde dennoch Lohnsteuer abgezogen, kannst du dir diese mit dem Lohnsteuerausgleich vom Finanzamt zurückholen.

 

Hier findest du den Online-Brutto-Netto-Rechner


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