Aktuelles

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Wie zufrieden sind Lehrlinge in Kärnten?

Wir haben nachgefragt!

Wie zufrieden sind Kärntner Lehrlinge

Wir wollten mal wissen, wie es den Lehrlingen in Kärnten geht, wie ihnen ihre Ausbildung gefällt und wo es Probleme gibt. Daher haben wir heuer im Sommer eine Fragebogenaktion unter Lehrlingen gestartet. Jetzt liegen die Ergebnisse vor und zeigen: Die meisten sind mit Beruf und Ausbildung zufrieden – es gibt allerdings Unterschiede zwischen den Branchen, zwischen Mädchen und Burschen und auch zwischen Lehrbetrieben und Lehrwerkstätten.

Damit wir wissen, was Lehrlingen an ihrer Ausbildung gefällt, was man besser machen könnte und wo der Schuh drückt, haben wir direkt nachgefragt. Im heurigen Sommer haben wir rund 3.000 Fragebögen an Kärntner Lehrlinge ausgeschickt und 670 davon wieder zurückbekommen.

Lehrwerkstätten: „Ich bin zufrieden!“
Lehrlinge in Lehrwerkstätten sind zufriedener als Lehrlinge in Betrieben. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen den Berufen: Wer in technischen Berufen arbeitet ist zufriedener als Lehrlinge, die im Dienstleistungsbereich arbeiten.

Weil viel mehr Burschen in technischen Berufen arbeiten, bedeutet das auch: Mädchen sind weniger zufrieden als Burschen! Hinzu kommt, dass man in typisch weiblichen Lehrberufen – wie Friseurin, Einzelhandelskauffrau, kaufmännische Angestellte, usw – leider noch immer weniger verdient, als in typisch männlichen Berufen!

„Ich muss Überstunden machen!“
Lehrlinge im Handel, Tourismus oder Gastgewerbe – das sind oft Mädchen – sind nicht immer so glücklich. Probleme gibt’s vor allem bei den Überstunden. Viele Lehrherren wissen scheinbar gar nicht, dass Jugendliche unter 18 keine Überstunden machen dürfen!

„Ich fühle mich manchmal überfordert!“
Belastet fühlen sich die Jugendlichen durch Zeitdruck, seelisch aufreibende Tätigkeiten sowie Unfall- und Verletzungsgefahr. Ein Drittel der Lehrlinge berichtet von Überforderungserlebnissen, das heißt zB, dass sie die viele Arbeit nicht in der vorgeschriebenen Zeit schaffen können.

„Ich hab den richtigen Beruf gefunden!“
„Ich habe schnell den richtigen Beruf für mich gefunden!“- das sagen drei Viertel der Jugendlichen. Burschen waren beim Finden der Lehrstelle schneller erfolgreich. Wenn es um die Entscheidung geht, dann fragen viele die Eltern – ihre Meinung ist wichtig, aber auch die Hilfe von Freunden und vom Arbeitsmarktservice (AMS).

„Ich würde diese Lehre wieder machen!“
Zwei Drittel der Lehrlinge würden sich wieder für denselben Beruf entscheiden – 69 Prozent der Burschen und 58 Prozent der Mädchen. Die meisten glauben auch, dass sie mit ihrem Beruf gute Chancen am Arbeitsmarkt haben.

„Ich habe vorher eine Schule besucht!“
Immer mehr Jugendliche haben vor ihrer Lehre eine Schule besucht und diese oft nicht abgeschlossen. Noch vor ein paar Jahren war das anders. Das zeigt uns, dass es dringend notwendig ist, dass junge Leute schon in der Schule genau über ihre Ausbildungsmöglichkeiten informiert werden sollten!

„Ich hab noch viel vor!“
Über ein Drittel der Lehrlinge wollen in ihrem Betrieb bleiben. 18 Prozent wollen in einem anderen Beruf arbeiten. Dennoch hat sich im Vergleich zu letzten Studie viel geändert: Viele wollen – über die Gesellenprüfung hinaus – weitere Qualifikationen und Ziele zu erreichen, zB die Meisterprüfung machen, eine Fachhochschule besuchen oder sich selbständig machen.

Es freut uns, dass Lehrlinge so ein starkes Interesse daran haben, sich beruflich weiter zu entwickeln und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern!

 

Die AK Studie

Insgesamt wurden rund 3.000 Fragebögen in den Monaten Juni und Juli ausgegeben, 668 Lehrlinge (22,5 Prozent) haben den Bogen zurückgeschickt. 61 Prozent davon waren männlich,
39 Prozent weiblich – das entspricht statistisch der Verteilung der Lehrlinge in Kärnten.

 

 

Die AK setzt sich für dich ein und fordert:

  • Bildungs- und Berufsorientierung: Schüler müssen ab der
    7. Schulstufe über Schultypen, Lehre und andere Ausbildungsformen informiert werden!
  • Bessere Informationen über freie Lehrstellen und Ausbildungsplätze – damit du weißt, welche Möglichkeiten du hast. 
  • Sicherung der Qualität: Eine unabhängige „Stelle“ soll darauf schauen, dass am Ausbildungsplatz alles mit rechten Dingen zugeht! 
  • Lehrstellen und Ausbildungsplätze müssen zukunftsorientiert sein!